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Maria von Linden Calw Gymnasium

"Sozialpreis für schlagkräftige Argumente", Zeitungsartikel über die Preisträger der Seiferheld-Preises am MvLG

Vier Mentoren des MvLG, die ein Jahr lang allein verantwortlich und ehrenamtlich die Judo-AG geführt haben, erhielten im Rahmen des Abiballes den Sozialpreis der Seiferheld-Stiftung: Birgit Scholl überreichte Lisa Hirschinger, Lena Hirschinger, Pascal Schmidt und Manuel Ebner die Urkunden, verbunden mit einem finanziellen Zuschuss respektive einem Sachpreis.

Als Ende des vergangenen Schuljahres der Sportpädagoge Norbert Schöllhorn in den Ruhestand verabschiedet wurde, war der Fortbestand der beliebten Judo-AG noch unklar. Wenn das Urgestein des Judo die Schule verlässt, bedeutet dies auch den Untergang der Arbeitsgemeinschaft? Um dies zu verhindern, haben sich vier Schülerinnen und Schüler zusammengetan, um die Judo-AG zu sichern und die Schüler weiterhin für diese Sportart zu begeistern. Alle vier Leiter wurden extra dafür ausgebildet, sie durchlebten eine Schüler-Mentoren-Ausbildung, teilsweise in Baden-Baden und auf der schwäbischen Alb. Lisa, Lena und Manuel trainieren Judo zusätzlich im Verein in Herrenberg, in dem Norbert Schöllhorn auch sportlicher Leiter ist, Pascal Schmidt lernte Schöllhorn als Lehrer und Leiter der Judo-AG kennen.

Zehn Schulkameraden 

Schnell wurde klar, dass die Judo-AG weiter bestehen soll und somit übernahmen die vier Schüler die Verantwortung für die insgesamt zehn Schulkameraden, die von Klasse fünf bis zwölf der kostenlosen AG beiwohnten. Mit ruhiger Stimme und genügend Autorität geben sie klare Ansagen, geben Übungsabläufe vor und zeigen Verbesserungsmöglichkeiten für die einzelnen Techniken.

 Zehn Werte wichtig

 Auch wenn ein Wurf misslingt, trösten sie und sind zur Stelle. Wichtig ist den vier Mentoren, dass es bei Judo um mehr geht als um eine Verteidigungstechnik: Judo ist eine Schule fürs Leben, da die Vermittlung von Werten wie Zielstrebigkeit, Durchsetzungsvermögen, soziale Kompetenz, Teamgeist und Hilfsbereitschaft im Vordergrund steht. Das Zusammenspiel der körperlichen und geistigen Ausbildung bildet dabei den Mittelpunkt des Trainings. Durch Judo wird die Mündigkeit und die Eigenmotivation gefördert, die die Basis allen Erfolges sowohl in Schule, aber auch Studium und Beruf sei. Deswegen stehen die "zehn Judo-Werte" auch regelmäßig im Fokus des Trainings: Höflichkeit, Ehrlichkeit, Ernsthaftigkeit, Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft, Respekt, Mut, Selbstbeherrschung, Wertschätzung und Freundschaft.

Dass die Mentoren mit großem Erfolg arbeiten, zeigen die Ergebnisse der ersten Gürtelprüfung, drei Monate nach Beginn der AG: Die ersten Teilnehmer bekamen den weiß-gelben Gürtel überreicht. Das Ziel der Mentoren ist es, dass es jedes Jahr mindestens eine Gürtelprüfung geben soll. Norbert Schöllhorn steht dann als Kampfrichter zur Verfügung.

Nachdem Lisa Hirschinger und Pascal Schmidt dieses Jahr das Abitur abgelegt haben, bleibt die Frage offen, wie es nächstes Jahr mit der AG weitergeht. Ganz nach dem Judo-Wert "Hilfsbereitschaft" werden Lena Hirschinger und Manuel Ebner die AG weiterführen und hoffen auf viele neue Judokas, die sie auf die Gürtelprüfungen vorbereiten können. Das Engagement der Schülermentoren verdient neben dem Sozialpreis der Seiferheld-Stiftung auch das Lob der Schulleiterin Scholl: "Ihr geht unserem Schulmotto mit bestem Beispiel voran."

Den Artikel können Sie auch online beim Schwarzwälder Boten lesen.

Beim Judo zählen nicht nur die bloßen Handgriffe, sondern auch die Kampfsportwerte.